Psychologische Gutachten
Psychologische Gutachten

Texte

Wolfgang Palm. Anmerkungen zur Beschwerdevalidierung | 09/2020

Sind die bei einer Begutachtung vortragenen Beschwerden glaubwürdig oder authentisch? Und wie lassen sich authentische von nicht-authentischen oder unglaubwürdigen, übertriebenen oder gar nicht vorhandenen Beschwerden unterscheiden? Denn in einem Gutachten sollen nur vorhandene Störungen oder Fähigkeitseinschränkungen festgestellt werden, die zu einer Entschädigung, einer Rente, einem MdE oder einem GdB führen. Das gelingt indes nur, sofern keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Beschwerden und an der Mitarbeit einer Proband*in bestehen. Doch wie lassen sich die Zweifel begründen oder ausräumen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das hier verlinkte Papier.

Wolfgang Palm. Eine kleine Evaluation der Beschwerdevalidierung | 09/2020

2 * 112 Datensätze von Proband*innen aus den Jahren 2009 bis 2020 werden analysiert und interpretiert. Konsequenzen für die Testverwendung werden gezogen. Die Daten entstammen dem Einsatz zweier Tests zur Beschwerdevalidierung, die in eine Folge von Aufmerksamkeitstests eingegliedert worden waren. Ein solches Datenmaterial aus der Praxis der Begutachtung dürfte eher selten sein und wird hier vermutlich erstmals veröffentlicht.

Wolfgang Palm. Genauigkeit in der Reaktionszeittestung | 09/2020

Aufmerksamkeitstestungen sind Reaktionszeitmessungen. Zusätzlich werden fehlerhafte Reaktionen gezählt. Solche Testungen sind im Grunde nur computerisiert durchzuführen; sie bestehen aus einfachen Reizvorgaben, die in verschiedenen Zeitabständen optisch und/oder akustisch erfolgen, auf die sofort zu reagieren ist. Die Ergebnisse werden anschließend vom Programm in Normwerten ausgegeben. Andere Auswerte- und Interpretationsmöglichkeiten werden praktisch so gut wie nie genutzt. Doch ein Reaktionszeittestung beruht auf  direkt gemessenen Zeiten und ist einfach zu verstehen. Ebenso direkt werden die Fehler gezählt. Beides eröffnet zusätzliche, spezifisch auf eine Person bezogene Auswertemöglichkeiten, die zur Beschwerdevalidierung genutz werden können. Wie -zeigt das hier verlinkte Papier

Wolfgang Palm. Stringenz und Kohärenz statt Autoritätsbeweis | 01/2020

Reflexionen über das Schreiben psychologischer Gutachten nach mehr als 13 Jahren Tätigkeit auf diesem Gebiet voller tradierte Abläufe und eng abgesteckter Fachgrenzen, auf dem nicht die Stringenz und Kohärenz in der Argumentation regiert, sondern nach wie vor der Autoritätsbeweis. Hier geht es nicht darum, wie man ein Gutachten schreiben sollte – dafür gibt es Lehrbücher und Kurse – sondern darum, wie sie erstaunlicherweise immer noch geschrieben werden.

Ursula Kühl. Das versicherte Gehirn: Neuro-psychologische Gutachten im Aufwind.

Der Bedarf an Fachkompetenz aus Recht, Medizin und Psychologie steigt an. Psychische Störungen sind inzwischen die häufigste Ursache für Anträge auf Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente. Nicht wenige darunter landen vor Gerichten. In Nordrhein-Westfalen fand deswegen im Nov. 2016 ein Parlamentarischer Abend zum Thema Qualitätssicherung von Gerichtsgutachten statt. Bei Anträgen auf oder in Gerichtsprozessen um Berufs- und Erwerbsunfähigkeitenrenten reichen psychiatrische Gutachten nicht mehr aus. Denn allein aus Anamnese, Krankheitsschilderung und Diagnose folgt keine gültige Beurteilung von Fähigkeiten, die zur Berufsausübung nötig sind. Hierzu sind spezielle psychologische Testungen erforderlich, für die sich der Name Neuropsychologische Testung eingebürgert hat.

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© 2020 Dr. Wolfgang Palm, Dipl.-Psych., Dipl.-Phys.